Sirius

Steckbrief
| Sternbild | Großer Hund (Canis Major) |
|---|---|
| Scheinbare Helligkeit | −1,46 mag, hellster Stern am Nachthimmel |
| Entfernung | Etwa 8,6 Lichtjahre |
| Spektraltyp | A1 V, ein heißer weißer Hauptreihenstern |
| Masse | Etwa 2 Sonnenmassen (Sirius A) |
| Radius | Etwa 1,7 Sonnenradien |
| Begleiter | Sirius B, ein Weißer Zwerg mit etwa einer Sonnenmasse, Umlaufzeit etwa 50 Jahre |
| Beste Abendsaison bei 40° N | Dezember bis März, am besten im Januar und Februar |
| So finden Sie ihn | Dem Oriongürtel etwa 20 Grad nach links unten folgen |
Kurz gesagt
- Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel, vor allem weil er mit etwa 8,6 Lichtjahren einer unserer nächsten Nachbarn ist.
- Er ist ein heißer weißer Stern mit etwa doppelter Sonnenmasse und hat einen Weißen Zwerg als Begleiter, Sirius B, der kleiner ist als die Erde.
- Sirius B wurde 1844 aus der schlingernden Bahn von Sirius vorhergesagt und 1862 erstmals gesehen.
- Aus mittleren nördlichen Breiten bleibt Sirius recht tief und funkelt deshalb oft in bunten Blitzen.
- Sein jährliches Wiedererscheinen am Morgenhimmel kündigte im alten Ägypten die Zeit der Nilflut an.
So finden Sie ihn
Sirius ist leicht zu finden, sobald Orion am Himmel steht. Suchen Sie an einem Winterabend die drei Gürtelsterne Orions in einer kurzen, geraden Reihe. Folgen Sie ihrer Linie nach links unten, etwa zwei Fäuste bei ausgestrecktem Arm oder rund 20 Grad. Der strahlende Stern, auf den Sie treffen, ist Sirius.
Bei 40° N steigt er nie höher als etwa 33 Grad über den Südhorizont. Zu Winterbeginn geht er abends im Südosten auf, steht Mitte Februar gegen 21 Uhr im Süden und sinkt bis zum Frühling in den Südwesten. Zusammen mit Beteigeuze im Orion und Prokyon im Kleinen Hund bildet Sirius das Winterdreieck.
Was für ein Stern er ist
Sirius A, der Stern, den wir sehen, ist ein weißer Hauptreihenstern vom Typ A1. Hauptreihe bedeutet, dass er wie die Sonne noch Wasserstoff in seinem Kern zu Helium verschmilzt. Er hat etwa die doppelte Masse der Sonne, ist rund 1,7-mal so breit und leuchtet etwa 25-mal so stark.
Seine große Helligkeit ist vor allem eine Frage der Entfernung. Mit etwa 8,6 Lichtjahren gehört Sirius zu den sonnennächsten Sternen. Viele Sterne, die schwächer wirken, etwa Rigel, sind tausendfach leuchtkräftiger, aber Hunderte Lichtjahre entfernt.
Besonderheit: der Welpe
1844 bemerkte der deutsche Astronom Friedrich Bessel, dass Sirius auf einer leicht welligen Bahn über den Himmel zieht. Er folgerte, dass ein unsichtbarer Begleiter an ihm zerren müsse. Am 31. Januar 1862 entdeckten die amerikanischen Teleskopbauer Alvan Clark und sein Sohn Alvan Graham Clark diesen Begleiter beim Test eines neuen Objektivs.
Der Begleiter, Sirius B oder ‚der Welpe‘, ist ein Weißer Zwerg: der dichte Kern, der übrig bleibt, wenn ein sonnenähnlicher Stern seinen Brennstoff verbraucht hat. Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble zeigen, dass etwa eine Sonnenmasse in einer Kugel von rund 12.000 km Durchmesser steckt, kleiner als die Erde. Seine Oberfläche ist etwa 25.000 °C heiß, und doch ist er rund 10.000-mal lichtschwächer als Sirius A.
Die beiden Sterne umkreisen einander etwa alle 50 Jahre. Sirius B war einst der massereichere Stern des Paares. Deshalb alterte er schneller, blähte sich zu einem Riesen auf und stieß seine äußeren Schichten ab, bevor er zu seiner heutigen Form fand.
Name und Geschichte
Der Name stammt vom griechischen seirios, meist mit ‚glühend‘ oder ‚sengend‘ übersetzt. Weil Sirius im Spätsommer zusammen mit der Sonne aufgeht, brachten Griechen und Römer ihn mit den heißesten Wochen des Jahres in Verbindung. Daher stammt der Begriff ‚Hundstage‘.
Im alten Ägypten war der Stern die Göttin Sopdet. Sein erstes Erscheinen am Morgenhimmel nach wochenlanger Unsichtbarkeit fiel etwa in die Zeit, in der die Nilflut einsetzte, und half, den Jahresbeginn festzulegen. Arabische Astronomen nannten ihn asch-Schira, ein Name, der als Şi'râ ins Osmanische einging. In der türkischen Volksüberlieferung heißt er auch Akyıldız, ‚der weiße Stern‘.
Beobachtungstipps
Weil Sirius für Beobachter im Norden tief steht, durchquert sein Licht eine dicke Schicht bewegter Luft. Dadurch funkelt er stark und blitzt rot, grün und blau, besonders kurz nach dem Aufgang. Manche halten ihn deshalb sogar für ein UFO. Ein Fernglas oder ein leicht defokussiertes Teleskop verwandelt die Blitze in ein lebhaftes Farbband.
Sirius B zu sehen ist eine echte Herausforderung, denn der Weiße Zwerg steht im Glanz eines 10.000-mal helleren Sterns. Mitte der 2020er-Jahre waren die beiden nahe ihrem größten Abstand von etwa 11 Bogensekunden; dieses Jahrzehnt eignet sich also gut für einen Versuch. Meist braucht man ein Teleskop mit etwa 20 cm Öffnung, sehr ruhige Luft und hohe Vergrößerung.
Als leichteres Ziel schwenken Sie mit dem Fernglas etwa 4 Grad südlich von Sirius. Dort liegt der Sternhaufen M41, ein zarter Fleck aus Dutzenden Sternen.