Kometen

Steckbrief
| Was ein Komet ist | Ein kleiner Körper aus Eis, Staub und Gestein, der die Sonne umkreist |
|---|---|
| Typische Kerngröße | Etwa 1 bis 16 km Durchmesser |
| Größe der Koma | Kann größer als Jupiter werden, manchmal über 1 Million km |
| Schweiflänge | Kann sich über Dutzende Millionen Kilometer erstrecken |
| Herkunft kurzperiodischer Kometen | Kuipergürtel, jenseits von Neptun (Umlaufzeit unter 200 Jahren) |
| Herkunft langperiodischer Kometen | Oortsche Wolke, bis etwa 1,5 Lichtjahre entfernt |
| Halleyscher Komet | Kehrt etwa alle 76 Jahre wieder; nächstes Perihel Juli 2061 |
| Bekannte Kometen | Stand 2026 mehr als 4.000 katalogisiert |
| Ausrüstung zum Beobachten | Augen oder Fernglas bei hellen Kometen |
Kurz gesagt
- Ein Komet ist ein gefrorener Klumpen aus Eis, Staub und Gestein, oft als schmutziger Schneeball bezeichnet, der die Sonne umkreist.
- Nahe der Sonne wird sein Eis zu Gas und bildet eine diffuse Koma und zwei Schweife, die stets von der Sonne weg zeigen.
- Die meisten kurzperiodischen Kometen stammen aus dem Kuipergürtel; langperiodische Kometen fallen aus der fernen Oortschen Wolke herein.
- Die ESA-Sonde Rosetta umkreiste den Kometen 67P zwei Jahre lang und setzte 2014 den Lander Philae auf seiner Oberfläche ab.
- Wirklich helle Kometen sind selten und schwer vorherzusagen, doch Fernglas und dunkler Himmel bieten die besten Chancen.
Was ist ein Komet?
Ein Komet ist ein kleiner eisiger Körper, der auf einer langen, gestreckten Bahn um die Sonne läuft. Sein fester Kern, der Nukleus, ist eine Mischung aus gefrorenem Wasser, gefrorenen Gasen wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid, Staub und Gesteinskörnchen. Astronomen nennen ihn manchmal einen schmutzigen Schneeball, obwohl sich viele Kometen eher als staubig denn als eisig erweisen.
Kometen sind Überbleibsel aus der Entstehung der Planeten vor etwa 4,6 Milliarden Jahren. Weil sie die meiste Zeit in der tiefen Kälte fern der Sonne verbringen, haben sie sich kaum verändert. Damit sind sie Zeitkapseln für die Forschung, die wissen will, woraus das frühe Sonnensystem bestand.
Kern, Koma und zwei Schweife
Der Kern misst meist nur wenige Kilometer und ist sehr dunkel; er wirft nur wenige Prozent des auftreffenden Sonnenlichts zurück. Fern der Sonne ist er inaktiv und kaum zu sehen. Wenn er sich nach innen bewegt, erwärmt das Sonnenlicht die Oberfläche, und Eis geht direkt in Gas über, ein Vorgang namens Sublimation.
Das entweichende Gas reißt Staub mit sich und bildet die Koma, eine leuchtende, diffuse Wolke um den Kern. Die Koma kann größer werden als ein Planet, obwohl der Kern in ihrem Inneren winzig ist.
Die meisten Kometen bilden zwei Schweife. Der Staubschweif besteht aus kleinen Körnchen, die vom Sonnenlicht sanft weggedrückt werden; er wirkt weiß oder gelblich und krümmt sich oft entlang der Kometenbahn. Der Ionenschweif oder Gasschweif besteht aus elektrisch geladenem Gas, das der Sonnenwind, der von der Sonne ausströmende Teilchenstrom, geradlinig nach hinten bläst. Er leuchtet oft bläulich. Beide Schweife zeigen von der Sonne weg, ein Komet auf dem Rückweg ins All fliegt also mit dem Schweif voran.
Woher Kometen kommen
Kurzperiodische Kometen, die weniger als 200 Jahre für einen Umlauf um die Sonne brauchen, stammen meist aus dem Kuipergürtel, einem Ring eisiger Körper jenseits von Neptun. Schwerkraftstöße der Riesenplaneten können einige von ihnen nach innen lenken.
Langperiodische Kometen stammen aus der Oortschen Wolke, einer riesigen, weitgehend theoretischen Kugelschale eisiger Objekte, die bis etwa 1,5 Lichtjahre von der Sonne reichen könnte. Niemand hat die Oortsche Wolke direkt gesehen; auf ihre Existenz schließt man aus den Bahnen von Kometen, die aus allen Richtungen kommen. Ein vorbeiziehender Stern oder die Anziehung der Milchstraße kann einen dieser Körper lösen und auf eine Reise von Tausenden oder sogar Millionen Jahren zur Sonne schicken.
Der Halleysche Komet
Der Halleysche Komet ist der berühmteste periodische Komet. Er kehrt etwa alle 76 Jahre wieder, und Aufzeichnungen über seine Besuche reichen mehr als 2.000 Jahre zurück. Edmond Halley erkannte 1705, dass mehrere historische Kometen in Wahrheit dasselbe Objekt waren, und sagte seine Wiederkehr voraus, die nach seinem Tod eintraf.
Sein letzter Besuch war 1986, als eine Flotte von Raumsonden, darunter Giotto von der ESA, an ihm vorbeiflog und seinen dunklen, erdnussförmigen, etwa 15 km langen Kern fotografierte. Seinen sonnennächsten Punkt erreicht Halley wieder Ende Juli 2061, und er dürfte dann für Beobachter günstiger stehen als 1986.
Jedes Jahr durchquert die Erde Staub, den Halley hinterlassen hat, und daraus entstehen zwei Meteorströme: die Eta-Aquariiden im Mai und die Orioniden im Oktober.
Rosetta: Landung auf einem Kometen
Die ESA-Mission Rosetta erreichte 2014 nach zehnjähriger Reise den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Sie war die erste Raumsonde, die einen Kometen umkreiste und ihn auf seinem Weg um die Sonne begleitete.
Im November 2014 setzte ihr kleiner Lander Philae auf dem Kern auf. Philae prallte ab und kam an einer schattigen Stelle zur Ruhe, sendete aber dennoch Daten. Rosetta fand heraus, dass 67P wie eine etwa 4 km lange Gummiente geformt ist, sehr porös ist und organische Moleküle enthält. Außerdem zeigte sich, dass sich das Wasser des Kometen chemisch von dem der irdischen Ozeane unterscheidet, ein Hinweis darauf, dass Kometen wohl nicht den Großteil unseres Wassers geliefert haben. Die Mission endete 2016 mit einer sanften Bruchlandung von Rosetta auf dem Kometen.
Wie helle Kometen entdeckt werden
Die meisten Kometen werden von automatischen Himmelsdurchmusterungen entdeckt, die den Himmel Nacht für Nacht fotografieren und nach sich bewegenden, diffusen Objekten suchen. Amateurastronomen finden immer noch einige, besonders Kometen nahe der Sonne am Dämmerungshimmel. Ein neuer Komet wird nach seinen Entdeckern oder nach der Durchmusterung benannt, die ihn gefunden hat.
Die Helligkeit vorherzusagen ist schwierig. Ein Komet kann zerfallen, verblassen oder plötzlich aufleuchten. Nur eine Handvoll pro Jahrzehnt wird mit bloßem Auge leicht sichtbar; Hale-Bopp 1997 und Tsuchinshan-ATLAS 2024 sind jüngere Beispiele.
So sehen Sie selbst einen Kometen
Verfolgen Sie Astronomie-Nachrichten, damit Sie wissen, wann ein Komet hell werden soll und wo er am Himmel steht. Helle Kometen stehen oft nahe der Sonne, schauen Sie daher nach Sonnenuntergang tief im Westen oder vor der Morgendämmerung tief im Osten.
Entfernen Sie sich von den Lichtern der Stadt und lassen Sie Ihre Augen etwa 20 Minuten an die Dunkelheit gewöhnen. Ein Fernglas ist das beste Hilfsmittel: Es zeigt Koma und Schweifansatz weit besser als das bloße Auge. Eine Langzeitbelichtung mit Handy oder Kamera auf einem Stativ zeigt oft mehr vom Schweif, als man selbst sieht. Steht der Komet nahe der Sonne, warten Sie, bis die Sonne ganz untergegangen ist, und schwenken Sie das Fernglas nie über die Sonne.