Die Monde des Sonnensystems

Steckbrief
| Planeten ohne Monde | Merkur und Venus |
|---|---|
| Monde des Jupiter | Etwa 101 bekannte, Stand 2026 |
| Monde des Saturn | Etwa 285 bekannte, Stand 2026, mehr als bei jedem anderen Planeten |
| Uranus und Neptun | 29 und 16 bekannte Monde, Stand 2026 |
| Größter Mond | Ganymed, etwa 5.268 km Durchmesser, größer als Merkur |
| Vulkanisch aktivste Welt | Io, mit mehr als 400 aktiven Vulkanen |
| Einziger Mond mit dichter Atmosphäre | Titan, am Boden dichter als die Luft der Erde |
| Wahrscheinliche Ozeanwelten | Europa, Enceladus, Ganymed, Titan und möglicherweise weitere |
| Benötigte Ausrüstung | Fernglas für die vier großen Jupitermonde; kleines Teleskop für Titan |
Kurz gesagt
- Stand 2026 kennen Astronomen rund 430 Monde, die die Planeten umkreisen, und die Zahl steigt weiter, weil immer neue kleine, lichtschwache Monde gefunden werden.
- Die meisten Neuentdeckungen sind winzige, irreguläre Monde von nur wenigen Kilometern Größe, vermutlich eingefangen oder von größeren Körpern abgesplittert.
- Europa und Enceladus verbergen unter ihrem Eis salzige Ozeane aus flüssigem Wasser und gehören damit zu den wichtigsten Zielen der Suche nach Leben.
- Titan hat Flüsse, Seen und Meere, doch sie sind mit flüssigem Methan und Ethan gefüllt, nicht mit Wasser.
- Die vier größten Jupitermonde sieht man schon mit einem ruhig gehaltenen Fernglas und kann verfolgen, wie sie von Nacht zu Nacht ihre Position wechseln.
Wie viele Monde gibt es?
Ein Mond ist jeder natürliche Körper, der einen Planeten, Zwergplaneten oder Asteroiden umkreist. Die Erde hat einen, der Mars zwei kleine namens Phobos und Deimos, Merkur und Venus haben gar keinen.
Bei den Riesenplaneten sieht es ganz anders aus. Stand 2026 führt Saturn mit etwa 285 bekannten Monden, Jupiter hat etwa 101. Uranus hat 29 und Neptun 16. Zusammen sind das rund 430 Monde um die Planeten, dazu kommen viele weitere bei Zwergplaneten und Asteroiden.
Diese Zahlen ändern sich oft. Große Teleskope spüren immer wieder kleine Monde von nur ein bis drei Kilometern Größe auf, und jeder muss Monate oder Jahre verfolgt werden, bevor er offiziell bestätigt ist. Jede Mondzahl ist deshalb eher eine Momentaufnahme als eine endgültige Antwort.
Reguläre und irreguläre Monde
Astronomen teilen Monde grob in zwei Familien ein. Reguläre Monde wie die vier großen des Jupiter laufen auf nahezu kreisförmigen Bahnen dicht um ihren Planeten, und zwar in seiner Drehrichtung. Sie sind höchstwahrscheinlich aus einer Scheibe aus Gas und Staub um den jungen Planeten entstanden.
Irreguläre Monde kreisen weit draußen auf geneigten, langgestreckten Bahnen, viele davon rückläufig. Die meisten jüngeren Entdeckungen gehören zu dieser Gruppe. Man hält sie für eingefangene Objekte oder Bruchstücke uralter Zusammenstöße, und so tragen sie Hinweise auf das frühe Sonnensystem in sich.
Ozeanwelten: Europa und Enceladus
Der Jupitermond Europa ist etwas kleiner als unser Mond und von einer rissigen Eiskruste bedeckt. Messungen seines Magnetfelds und seiner Oberfläche deuten auf einen globalen Salzwasserozean darunter hin, der vielleicht doppelt so viel Wasser enthält wie alle Ozeane der Erde zusammen.
Der Saturnmond Enceladus misst nur etwa 504 km, schleudert aber aus langen Rissen nahe seinem Südpol Fontänen aus Wasserdampf und Eiskörnern ins All. Die NASA-Sonde Cassini flog durch diese Fontänen und fand Salze, Silikate und organische Moleküle, Anzeichen für einen Ozean, der mit einem felsigen Meeresboden in Kontakt steht.
Flüssiges Wasser, Energie und die passende Chemie sind die Grundzutaten für Leben, wie wir es kennen. Deshalb ist die 2024 gestartete NASA-Sonde Europa Clipper auf dem Weg zum Jupiter und soll 2030 ankommen. Die 2023 gestartete ESA-Mission JUICE wird ab den frühen 2030er-Jahren Europa, Kallisto und vor allem Ganymed untersuchen.
Titan: eine Welt mit Wetter
Titan, der größte Saturnmond, hat einen Durchmesser von etwa 5.150 km und ist in einen dichten, orangefarbenen Dunst aus Stickstoff gehüllt. Der Luftdruck an seiner Oberfläche ist etwa anderthalbmal so hoch wie auf der Erde.
Bei etwa −180 °C ist Wasser dort steinhartes Eis. Stattdessen fallen Methan und Ethan als Regen, graben Flussläufe und sammeln sich in Seen und Meeren nahe den Polen. Titan ist neben der Erde der einzige bekannte Ort mit dauerhaft flüssigen Stoffen an der Oberfläche.
Forscher vermuten außerdem einen Wasserozean tief in Titans Innerem. Die NASA-Mission Dragonfly, eine nuklear betriebene Drohne, soll 2028 starten und in den 2030er-Jahren zwischen verschiedenen Orten auf Titans Oberfläche fliegen.
Io, Ganymed und Triton
Io, der innerste der großen Jupitermonde, ist die vulkanisch aktivste Welt, die wir kennen. Jupiters Schwerkraft und das Zerren von Europa und Ganymed walken Io ständig durch und heizen sein Inneres auf. Mehr als 400 Vulkane färben seine Oberfläche mit Schwefel und Lava gelb, rot und schwarz.
Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems und breiter als der Planet Merkur. Er ist der einzige bekannte Mond mit einem eigenen Magnetfeld und besitzt wahrscheinlich einen verborgenen Ozean zwischen Eisschichten.
Der Neptunmond Triton umläuft seinen Planeten rückläufig, also entgegen dessen Drehrichtung. Das spricht stark dafür, dass er ein vor langer Zeit eingefangenes Objekt aus dem Kuipergürtel ist. Als Voyager 2 im Jahr 1989 vorbeiflog, sah sie dunkle Fontänen, die von einer gefrorenen Oberfläche mit etwa −235 °C aufstiegen, einer der kältesten im Sonnensystem gemessenen.
So sieht man die Monde anderer Planeten
Die vier größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto heißen Galileische Monde, weil Galilei sie 1610 entdeckte. Halten Sie ein Fernglas ruhig, am besten auf eine Mauer oder ein Stativ gestützt, und Sie sehen bis zu vier winzige, sternartige Punkte in einer Reihe neben dem Planeten.
Schauen Sie ein paar Stunden später oder in der nächsten Nacht wieder hin, und ihre Positionen haben sich verschoben. Manchmal verschwindet einer hinter Jupiter oder zieht vor ihm vorbei. Kostenlose Planetariums-Apps zeigen, welcher Mond in einer bestimmten Nacht welcher ist.
Ein kleines Teleskop zeigt zudem Titan als schwachen Punkt nahe Saturn, meist nur wenige Ringbreiten vom Planeten entfernt. Für die Monde von Uranus und Neptun, darunter Triton, braucht man ein größeres Teleskop, einen dunklen Himmel und eine gute Karte. Im Ratgeber zur Planetenbeobachtung können Sie nachsehen, wann jeder Riesenplanet günstig steht.