Die Internationale Raumstation

Steckbrief
| Größe | etwa 109 m von Ende zu Ende, ungefähr ein Fußballfeld |
|---|---|
| Masse | etwa 420.000 kg |
| Bahnhöhe | etwa 400 km |
| Geschwindigkeit | etwa 28.000 km/h |
| Dauer einer Erdumrundung | etwa 90 Minuten, rund 16 Umläufe pro Tag |
| Ununterbrochen bewohnt seit | 2. November 2000 |
| Übliche Besatzung | etwa 7 Personen |
| Partner | NASA, Roskosmos, ESA, JAXA und die Kanadische Weltraumagentur |
| Geplantes Ende | um 2030, danach ein kontrollierter Wiedereintritt |
Kurz gesagt
- Die ISS ist das größte Bauwerk, das Menschen im All errichtet haben, etwa so lang wie ein Fußballfeld.
- Sie umkreist die Erde etwa alle 90 Minuten in rund 400 km Höhe.
- Seit dem 2. November 2000 leben ununterbrochen Menschen an Bord.
- Vom Boden aus erscheint sie als sehr heller, ruhiger Lichtpunkt, der über den Himmel gleitet, ohne blinkende Lichter.
- Die NASA will sie um 2030 außer Dienst stellen und in ein abgelegenes Gebiet des Pazifiks lenken.
Ein Zuhause und Labor im Orbit
Die Internationale Raumstation ist ein Gemeinschaftsprojekt von fünf Raumfahrtagenturen: der NASA aus den USA, Roskosmos aus Russland, der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der japanischen JAXA und der Kanadischen Weltraumagentur. Ihr erstes Teil startete 1998, den Rest bauten Astronauten und Roboter über mehr als ein Jahrzehnt zusammen.
Sie besitzt druckbeaufschlagte Module zum Wohnen und Arbeiten, einen Roboterarm und große Solarflächen. Von Ende zu Ende, einschließlich der Solarmodule, misst sie etwa 109 m. Innen entspricht der bewohnbare Raum ungefähr einem Haus mit sechs Schlafzimmern.
Bahn und Geschwindigkeit
Die Station fliegt etwa 400 km über der Erde mit rund 28.000 km/h. Bei diesem Tempo umrundet sie den Planeten etwa alle 90 Minuten, sodass die Besatzung täglich rund 16 Sonnenaufgänge und 16 Sonnenuntergänge erlebt.
Die Besatzung schwebt nicht, weil es dort oben keine Schwerkraft gäbe, sondern weil die Station und alles darin gemeinsam um die Erde herumfallen. Diesen ständigen freien Fall nennt man Mikrogravitation. Ein Hauch Luft bremst die Station dennoch, daher zündet sie ab und zu Triebwerke, um ihre Bahn anzuheben.
Leben und Arbeiten an Bord
Seit dem 2. November 2000, als die erste Langzeitbesatzung eintraf, leben ununterbrochen Menschen auf der ISS. Mehr als 280 Menschen aus über 20 Ländern waren schon dort. Eine typische Besatzung umfasst etwa sieben Personen, die rund sechs Monate bleiben.
Astronauten trainieren etwa zwei Stunden am Tag, um den Abbau von Knochen und Muskeln zu bremsen. Sie führen Experimente in Biologie, Medizin, Werkstoffkunde und Physik durch, die am Boden schwierig oder unmöglich sind, von der Kristallzucht bis zur Frage, wie sich Flammen ohne Schwerkraft verhalten. Besatzungen und Nachschub kommen mit russischen Sojus- und Progress-Raumschiffen sowie mit amerikanischen kommerziellen Raumschiffen wie der Dragon von SpaceX.
So entdecken Sie die ISS
Die ISS ist nach Mond und Venus oft das hellste Objekt am Nachthimmel. Sie hat kein eigenes Licht; sie leuchtet, weil ihre großen Solarflächen das Sonnenlicht reflektieren, während es am Boden schon dunkel ist. Deshalb ist sie nur ein bis zwei Stunden nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang zu sehen.
Achten Sie auf einen hellen, ruhigen weißen Punkt, der gleichmäßig über den Himmel zieht, meist von Westen nach Osten. Er blinkt nicht und hat keine farbigen Lichter; daran unterscheiden Sie ihn von einem Flugzeug. Ein Überflug dauert bis zu etwa sechs Minuten. Manchmal verblasst die Station mitten am Himmel, wenn sie in den Erdschatten eintaucht.
Wann Sie schauen sollten, verrät der NASA-Dienst Spot the Station oder eine App zur Satellitenverfolgung. Sie nennen Startzeit, Richtung, höchsten Punkt in Grad über dem Horizont und Dauer. Überflüge, die höher als etwa 40 Grad steigen, sind am hellsten. Ausrüstung ist nicht nötig; ein Fernglas hilft, ist aber kein Muss.
Das Ende um 2030
Die ältesten Module der Station sind seit mehr als 25 Jahren im All, und Teile altern. Die Partner wollen die ISS bis etwa 2030 betreiben.
Danach will die NASA mit einem speziellen Fahrzeug zum Verlassen der Umlaufbahn, das SpaceX baut, die Station in ein abgelegenes Gebiet des Südpazifiks lenken, fern von Schifffahrtsrouten. Der größte Teil wird in der Atmosphäre verglühen. Nach der ISS will die NASA für die Forschung im niedrigen Erdorbit auf kommerzielle Raumstationen setzen, während China bereits seine eigene Station Tiangong betreibt.